Rejects Late Complaints on E-ID Law Referendum; Swisscom Donation Challenge Inadmissible
Summary
The Swiss Federal Supreme Court dismissed referendum complaints challenging the September 2025 E-ID Law vote, rejecting challenges to Swisscom's 30,000 CHF donation to a private referendum committee as filed too late, and rejecting on the merits complaints regarding Ringier AG's 85,000 CHF and TX Group AG's 78,000 CHF in-kind contributions to the opposing committee.
“Private Medien sind grundsätzlich nicht zu politischer Neutralität verpflichtet.”
Political organizations and parties participating in Swiss referenda should be aware that challenges involving contributions from state-controlled entities must be filed immediately, with a three-day deadline from discovery under the Political Rights Act. This case also clarifies that late disclosure of private media contributions does not automatically void an election result — a higher threshold of substantial irregularity applies.
What changed
The court held that complaints regarding Swisscom's contribution (from a state-controlled entity) required immediate filing under the Political Rights Act, and those filed after September 1, 2025 or after the vote were time-barred. The court further ruled that private media companies lack a duty of political neutrality, and that late disclosure of campaign contributions alone does not constitute a ground for invalidating a referendum result without demonstrating substantial irregularities.
Archived snapshot
Apr 21, 2026GovPing captured this document from the original source. If the source has since changed or been removed, this is the text as it existed at that time.
B u n d e s g e r i c h t T r i b u n a l f é d é r a l T r i b u n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l f e d e r a l
CH-1000 Lausanne 14 Korrespondenznummer 211.1/13_2026
Lausanne, 21. April 2026
Medienmitteilung des Bundesgerichts
Urteil vom 21. April 2026 (1C563/2025, 1C566/2025, 1C570/2025, 1C580/2025, 1C586/2025, 1C609/2025)
Beschwerden verspätet: Keine Aufhebung der Abstimmung über E-ID-Gesetz wegen Swisscom-Spende
Die eidgenössische Abstimmung vom 28. September 2025 über das E-ID-Gesetz wird nicht wiederholt. Das Bundesgericht tritt auf die verspätet erhobenen Beschwerden im Zusammenhang mit der Zuwendung der Swisscom von 30'000 Franken an ein pri- vates Abstimmungskomitee nicht ein. Die Beschwerden betreffend die Sachzuwen- dungen der Medienhäuser Ringier AG und der TX Group AG weist es ab.
Am 28. September 2025 fand die eidgenössische Abstimmung zum Bundesgesetz über den elektronischen Identitätsnachweis und andere elektronische Nachweise (E-ID- Gesetz) statt. Gemäss dem gleichentags veröffentlichten provisorischen amtlichen Ergebnis wurde die Vorlage mit einem Mehr von 21'270 Ja-Stimmen angenommen. Am
- August 2025 war auf der Meldeplattform der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) zur Kampagnenfinanzierung eine Zuwendung der Swisscom in der Höhe von 30'000 Franken (ohne Mehrwertsteuer) zu Gunsten des "Wirtschaftskomitees Schweizer e-ID" veröffentlicht worden, welches für die Annahme des E-ID-Gesetzes eintrat. Zwei Tage vor dem Abstimmungstermin wurden Sachleistungen der Ringier AG sowie der TX Group AG im Wert von 85'000 bzw. 78'000 Franken an die "Allianz Pro e-ID" veröffentlicht. Mehrere Personen und Gruppierungen erhoben deshalb Abstimmungsbeschwerden. Das Bundesgericht tritt an seiner öffentlichen Beratung vom 21. April 2026 auf die Beschwerden nicht ein, soweit sie die Zuwendung der Swisscom betreffen. Die diesbe-
züglichen Beschwerden wurden erst im Anschluss an eine entsprechende Meldung vom
September 2025 in der NZZ am Sonntag oder nach der Abstimmung und damit
verspätet eingereicht. Auf der Meldeplattform der EFK wurde die Zuwendung bereits amAugust 2025 veröffentlicht. Abstimmungsbeschwerden im Zusammenhang mit der
Zuwendung eines staatlich beherrschten Unternehmens wie der Swisscom müssen sofort erhoben werden. Gemäss dem Bundesgesetz über die politischen Rechte (BPR) gilt eine Frist von drei Tagen ab Entdeckung des Beschwerdegrundes. Das BPR sieht zudem vor, dass Informationen über Zuwendungen im Abstimmungskampf grundsätzlich spätestens 30 Tage vor der Abstimmung auf der Plattform der EFK veröffentlicht werden müssen. Im konkreten Fall wäre der letzte Zeitpunkt für die Veröffentlichung der Informa- tionen zur Zuwendung der Swisscom folglich der 30. August 2025 gewesen. An diesem Tag war es den interessierten Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern möglich und zumut- bar, die fragliche Plattform der EFK zu konsultieren, welche form- und kostenlos zugäng- lich ist. Die Beschwerden im Zusammenhang mit den Sachbeiträgen der Ringier AG und der TX Group AG weist das Bundesgericht ab. Hier galt keine Pflicht zur Beschwerdeerhebung vor der Abstimmung. Private Medien sind grundsätzlich nicht zu politischer Neutralität verpflichtet. Zwar wurden die Sachzuwendungen auf der Meldeplattform verspätet aus- gewiesen. Eine Verletzung der Transparenzbestimmungen kann jedoch nicht isoliert beanstandet werden. Vielmehr würde eine Aufhebung der Abstimmung oder die Feststel- lung einer Verletzung des Stimmrechts wegen dieser privaten Zuwendungen erhebliche Unregelmässigkeiten voraussetzen. Davon ist hier nicht auszugehen. Kontakt: Peter Josi, Medienbeauftragter Tel. +41 (0)21 318 91 53; Fax +41 (0)21 323 37 00 E-Mail: presse@bger.ch Hinweis: Die Medienmitteilung dient zur Information der Öffentlichkeit und der Medien. Die verwendeten Formulierungen können vom Wortlaut des Urteils abweichen; für die Recht- sprechung ist einzig das schriftliche Urteil massgebend. Das Urteil wird nach Vorliegen der schriftlichen Begründung auf www.bger.ch veröffentlicht (Datum noch nicht bekannt) : Rechtsprechung > Urteilsdatenbanken > Alle Urteile > 1C_563/2025 eingeben.
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