BaFin Speech on Banking Supervision and Risk Management
Summary
BaFin Executive Director Nikolas Speer delivered a speech discussing the increase in ad-hoc special examinations and the agency's focus on risk management. He also outlined plans to simplify regulations for smaller banks while maintaining supervisory rigor.
What changed
BaFin Executive Director Nikolas Speer delivered a speech at the Handelsblatt Banking Conference on March 18, 2026, highlighting an increase in ad-hoc special examinations in 2025 to 37, indicating a more principle- and risk-oriented supervisory approach. Speer also discussed his first year leading the banking supervision department, emphasizing the goal of developing a future-proof, effective, and risk-focused supervision.
The speech indicates BaFin's commitment to simplifying regulations for smaller banks while stressing that standards will not be lowered. The agency is prioritizing risks to financial stability, as outlined in its 'Risiken im Fokus' report, and is closely monitoring external risk drivers such as international trade conflicts, military disputes, high government debt, and developments in the private credit sector. Regulated entities should be aware of BaFin's continued scrutiny and potential actions where necessary.
Source document (simplified)
BaFin
Erscheinung: 18.03.2026 | Thema Banken, Risikomanagement Rede von Exekutivdirektor Nikolas Speer bei der Handelsblatt-Jahrestagung Bankenaufsicht am 18. März 2026
Nikolas Speer sprach in Frankfurt am Main über Risikomanagement, wie er die Regeln für kleinere Banken vereinfachen will und über das erste Jahr als Leiter der Bankenaufsicht.
Es gilt das gesprochene Wort!
Ich beginne mit einer Zahl: 37.
Im Jahr 2025 haben wir 37 anlassbezogene Sonderprüfungen durchgeführt. Das heißt, wir haben 37-mal vermutete oder beobachtete Versäumnisse bei Instituten wahrgenommen und gehandelt.
Ist das jetzt viel oder wenig?
Der Vergleich zum Vorjahr zeigt, die Zahl ist gestiegen.
Aber was sagt uns diese Zahl noch?
Letztlich, dass zu einer stärkeren prinzipien- und risikoorientierten Aufsicht immer auch Konsequenz gehört.
Bei allen Vereinfachungen in der Regulierung, die wir anstreben, sage ich Ihnen ganz klar: Wir werden auch in Zukunft in der Bankenaufsicht weiterhin genau hinschauen – und, wo nötig, handeln.
Denn: Uns geht es nicht darum, Standards zu senken. Auch eine prinzipienorientierte Regulierung setzt klare Grenzen.
Meine Damen und Herren,
vom Banking zur Aufsicht – ein Wechsel, der nicht so oft vorkommt. Seit einem Jahr bin ich Leiter der Bankenaufsicht.
Erlauben Sie mir daher einige persönliche Worte.
Mit meinem Jobwechsel ging auch ein Wechsel der Perspektive einher: Lag mein Fokus vorher auf dem Risikomanagement für ein Institut, so geht es jetzt um den Blick auf das Ganze.
Ich kenne beide Seiten des Spielfelds. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, wo Bankenregulierung bei den Instituten ankommt und wie schwergewichtig sie sein kann.
Das hilft mir bei meiner jetzigen Aufgabe sehr.
Eine Sache hat sich auf jeden Fall in dem einen Jahr geändert. Ich spreche heute öfter vor öffentlichem Publikum. Das in der Regel auch zuhört! Und ja, da überlege ich auch schon einmal zweimal, wie ich etwas sagen möchte.
Was ist mir nach einem Jahr wichtig?
Ich möchte die Bankenaufsicht weiterentwickeln und zukunftsfähig aufstellen.
Das heißt für mich: auf der Höhe der Zeit. Klar auf die Risiken ausgerichtet. Schlagkräftig. Und schnell.
In einem Wort: wirksam.
Wie machen wir das? Welche Prioritäten setzen wir uns dafür?
Wir haben heute Morgen schon viel über Regulierung und Proportionalität gehört. Dazu komme ich auch gleich. Ich möchte jedoch mit dem Risikomanagement anfangen.
Bei der BaFin nehmen wir die relevanten Risiken in den Blick, die die Finanzstabilität gefährden könnten.
Anfang des Jahres haben wir unseren Risikobericht „Risiken im Fokus“ veröffentlicht. Das ist kein weiterer Finanzmarkt- Research -Bericht, sondern eine klare Priorisierung unserer Aufsichtsarbeit.
- Welche Risiken sind aus unserer Sicht für den deutschen Finanzsektor relevant?
- Und was tun wir, um diese Risiken einzudämmen? Das sind die Fragen, die wir mit unserem Risikobericht beantworten wollen.
Was wir sehen, ist, dass die Lage an den Finanzmärkten fragil und unsicher bleibt. Trotz positiver Faktoren wie ausreichend Kapitalisierung und vergleichsweise niedriger Risikoaufschläge an den Anleihemärkten.
Es gibt viele exogene Risikotreiber. Dazu gehören internationale Handelskonflikte ebenso wie militärische Auseinandersetzungen. Außerdem die hohe staatliche Verschuldung fast aller Industrienationen. Auch die Entwicklungen im Private- Credit -Bereich verfolgen wir mit Sorge.
In Summe: Das Potential für Marktdisruptionen und damit nötiger Neubewertungen ist hoch.
Was heißt das nun für uns in Deutschland mit Blick auf die Kreditrisiken?
Die deutsche Wirtschaft steht schon grundsätzlich unter Druck. Wir hatten mehrere Jahre hintereinander eine Wachstumsschwäche – und es ist kein Geheimnis, dass die Anzahl der Problemkredite im Firmenkundengeschäft zunimmt. Kommt dann noch eine so außergewöhnliche Störung hinzu, wie jetzt gerade der massive Anstieg der Öl- und Gaspreise, kann das die Probleme mittelfristig erhöhen.
Wir erwarten also, dass der Anteil notleidender Kredite bei deutschen Banken weiter steigen wird. Sowohl bei bedeutenden als auch bei weniger bedeutenden Instituten.
Angesichts der gestiegenen Risiken haben die meisten Kreditinstitute ihre Kreditvergabestandards eng im Blick und Aufschläge, wo erforderlich, durchgesetzt. Das wird auch weiter nötig sein.
Auch im Bereich der Gewerbeimmobilien sehen wir nach wie vor eine Gefahr weiterer Preiskorrekturen. Das gilt insbesondere – aber nicht nur – für Exposures in Büromärkten in den Vereinigten Staaten.
Was bedeutet das nun für unsere Arbeit?
Wir werden die Kreditrisiken und die Qualität des Portfolios von Banken weiterhin intensiv überwachen.
Und – wir analysieren auch: Welche Branchen könnten von weiteren Konjunkturproblemen oder auch geopolitischen Verwerfungen besonders betroffen sein?
Wir erwarten, dass die Kreditinstitute bei der Kreditvergabe genau hinschauen. Ihr Kreditportfolio angemessen bewerten und Anpassungen nicht verschleppen. Im Zweifelsfall gehen wir auch kurzfristig in die Institute und prüfen das genau.
Und ein Wort noch zu den Cyber-Risiken. Die Bedrohung bleibt weiterhin hoch. Die Frage ist für uns nicht mehr, ob irgendwann etwas passiert, sondern nur noch, wann.
Wir haben vergangenes Jahr über 700 schwerwiegende Vorfälle gemeldet bekommen. Davon sind circa 11 Prozent Sicherheitsvorfälle. Die Mehrheit davon: Cyber-Angriffe, vor allem Phishing und Malware- bzw. Hacking-Angriffe. Das beschäftigt uns sehr.
Wir möchten hierzu weiterhin im engen Austausch mit den Instituten bleiben und appellieren an sie:
Wenden Sie DORA konsequent an!
Ja, wir wissen, dass das teilweise mühsam ist. Aber wir dürfen in diesem Wettlauf mit Kriminellen nicht zurückfallen.
Was tun wir hier also?
- Wir verstärken unsere DORA -Prüfungen. Hierbei besonders mit dem Ziel, punktgenau und effizient zu prüfen.
- Wir sind eng vernetzt mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern – koordiniertes Vorgehen ist extrem wichtig.
- Und wir entwickeln unseren Risikoradar weiter, um auch Ihnen einen Überblick über die Gefahrenlage zu geben. Denn: Eine Materialisierung dieser Gefahren könnte das Finanzsystem erheblich schädigen. Und das können wir nur gemeinsam verhindern.
Was beschäftigt uns noch? Natürlich: die Regulierung.
Wir wissen es alle und haben es soeben gehört: Die Regulierung in Deutschland ist zu komplex geworden.
Das lässt sich sogar empirisch feststellen. Wir können klar sagen, dass der Umfang der Regulierung in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Ein Blick auf die europäischen Vorgaben reicht: von der CRR mit 650 Seiten über die CRD mit 165 Seiten bis hin zu EBA -Leitlinien zum Risikomanagement mit rund 430 Seiten. Insgesamt sind das schon mehr als 1.000 Seiten Regulierung.
Wir bei der BaFin steuern dagegen!
Wir wollen die Regeln für kleinere Banken vereinfachen. Sie sollen nicht alle Vorschriften erfüllen müssen, die unter Basel III für Großbanken eingeführt wurden.
Das „One size fits all“ überfordert kleine Institute. Wirksames Risikomanagement – unser Anliegen – wird unter der Last der maximalen Anforderungen erschwert.
Proportionalität ist also hierfür ein Schlüssel: Komplexität, wo nötig, Vereinfachung, wo möglich. Gute Aufsicht ist risikoorientiert – das ist auch eines unserer strategischen Ziele.
Ich gebe Ihnen drei Beispiele, wie wir das tun.
Erstens: Wir bringen uns auf europäischer Ebene mit Ideen ein. Im gesamten Regulierungsprozess tragen wir, wo wir können, dazu bei, Dinge zu vereinfachen. Das heißt: Manches gar nicht erst regulieren. Dokumente kürzen oder zusammenlegen. Oder unnötige technische Details weglassen.
Außerdem: BaFin und Bundesbank haben gemeinsam ein Konzept für ein EU -weites Kleinbankenregime entwickelt.
Unser Ansatz zielt darauf ab, die risikobasierten Kapitalanforderungen radikal zu vereinfachen und im Wesentlichen nur noch die Leverage Ratio zu betrachten. Diese dann aber mit einem Mindestwert deutlich über den von Basel vorgegebenen 3 Prozent.
Wir glauben daran, dass eine starke Vereinfachung für hinreichend einfache und kleine Institute ein guter Weg sein kann, der Regulierungsdichte zu begegnen!
Das Feedback aus der Industrie zu unserem Vorschlag ist positiv.
Wie geht es also weiter?
Ganz offen – wir wissen natürlich, dass unsere Anstrengungen allein nicht reichen. Unser deutscher Bankenmarkt stellt eine Besonderheit in Europa dar. Ein Kleinbankenreime würde Anpassungen in der europäischen Eigenmittelverordnung CRR erforderlich machen. Und dafür braucht es Unterstützung auf europäischer Ebene.
Aber was wir schon jetzt sehen, ist: Die Debatten über Vereinfachung und Wettbewerbsfähigkeit nehmen Fahrt auf. Ich denke, wir haben mitgeholfen, wieder Schwung in diese Diskussion zu bringen.
Was jedoch mit Sicherheit kommt, ist die neunte Novelle der MaRisk. Und das ist mein zweites Beispiel.
Das, was wir selbst in unserer Aufsichtspraxis weiterentwickeln und vereinfachen können, das machen wir.
Mit der neunten MaRisk setzen wir genau das um, was wir predigen:
Wir setzen uns für Vereinfachung ein. Für mehr Prinzipien- und Risikoorientierung. Wir wollen die Anforderungen gezielter auf die tatsächlichen Risiken eines Instituts fokussieren.
Es geht uns nicht um laxe oder weniger strenge Regulierung. Das gilt für die Aufsicht, die Prüfungen sowie für die gesamte Interaktion mit den Instituten. Es geht um Klarheit und Einfachheit.
Wir haben für die Novelle intensiv diskutiert. Und uns immer wieder die Frage gestellt:
Geht das noch einfacher?
Weil wir wollen, dass die Institute Spielräume gewinnen, um sich auf Relevantes zu konzentrieren. Und, weil wir als Aufsicht unsere Ressourcen effizienter und risikoorientierter einsetzen wollen.
Was haben wir also gemacht?
Wir haben die MaRisk gestrafft.
Wir haben ungefähr ein Drittel gekürzt und an vielen Stellen Proportionalität eingebaut.
Wir wollen außerdem eine neue Kategorie von Bankgröße einführen. Die Novelle sieht diese klare Dreiteilung vor:
- normale LSIs,
- Neu in den MaRisk: SNCIs, kleine Institute mit einer Bilanzsumme unter 5 Milliarden Euro, die ihren Schwerpunkt im Inlandsgeschäft haben
- und sehr kleine Institute mit einer Bilanzsumme unter einer Milliarde Euro. Das ist transparent, leicht anwendbar und bedeutet weniger Aufwand.
Wozu das im Ergebnis führt?
Wir haben nicht mehr ungefähr 10 Prozent der Institute, die von Vereinfachungen profitieren, sondern über 80 Prozent!
Für mich ist das so etwas wie ein Paradigmenwechsel.
Mehr Prinzipien und weniger Details!
Mehr Selbstverantwortung statt Checklisten!
Mehr echtes Risikomanagement statt Schema F!
Die Konsultation zur neunten MaRisk wird voraussichtlich nun zügig beginnen.
Wir hoffen, dass die finale Version nach allen Abstimmungen diese Dynamik beibehält.
Das Prinzip der Risikoorientierung soll auch für den Stresstest gelten. Und das ist mein drittes Beispiel.
Die EBA -Leitlinie zum Stresstest umfasst allein 50 Seiten und schreibt faktisch mindestens 40 verschiedene Sensitivitätsanalysen und Stresstests vor – für jedes Institut, unabhängig von der Größe.
Was wir gerade umsetzen: Kleine Banken sollen dazu künftig weniger Daten liefern müssen als große, um den Arbeitsaufwand zu verringern.
Sehr kleine Institute könnten nun mit nur noch sechs Arten von Stresstests auskommen. Die sie dann auch nicht mehr alle vierteljährlich machen müssen.
Und: Wir wollen die daraus resultierende Pillar 2 Guidance (P-to-G) nicht mehr bei allen Instituten vergeben, sondern nur noch dort, wo sie als Risikosignal wichtig ist.
Meine Damen und Herren,
Sie sehen: Was wir wollen, ist, eine Orientierung unserer Tätigkeit am Prinzip und am Risiko.
Wir sind dabei, neue Spielräume zu schaffen. Sie sind ein Vertrauensvorschuss von uns an die Institute.
Geschäftsführung, Aufsichtsräte und Wirtschaftsprüferinnen und -prüfer müssen wieder stärker selbst einschätzen, welche Risiken wie wichtig für ihr Institut sind.
Das wird für Sie – und für uns – herausfordernd.
Ich bin dennoch fest davon überzeugt: Das ist der richtige Weg.
Bei all unseren Ideen und Novellierungen geht es jedoch nicht nur um klare Prinzipien und verlässliche Leitplanken.
Es geht letztlich immer auch um Verantwortung. Verantwortung dafür, dass das Finanzsystem stabil bleibt und Vertrauen erhalten bleibt. Und das entsteht nur, wenn jeder von uns seinen Teil dazu beiträgt.
Lassen Sie uns deshalb genau das tun!
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